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Abstinenz |
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Der Begriff Abstinenz leitet sich vom lateinischen "abstinere" (sich enthalten, verzichten) ab. Jemand, der z. B. keinen Alkohol trinkt, ist ein Abstinenzler. Im Bereich der Religion haben solche Fast- und Abstinenztage die Funktion, sich zu besinnen und Gott zuzuwenden: Worauf kommt es an? Was füllt mein Leben aus? Wovon hänge ich ab? Was kann ich nicht lassen? Was brauche ich zum Leben? Es geht darum, bewusster zu leben. Insofern finden sich solche Fast- und Abstinenztage oft in der Nähe von Bußtagen und in Zeiten der Umkehr (vgl. Österliche Bußzeit).
An Abstinenztagen - und das sind die Freitage des Jahres - sollen die Katholiken, die mindestens vierzehn Jahre alt sind, auf Fleischspeisen verzichten oder auf etwas anderes, was ihm wichtig ist (Rauchen, Alkohol, Fernsehen) und eine positive Tat der Nächstenliebe üben. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Kranke oder Menschen, die als Gäste ihre Speisen nicht selbst auswählen können. Der Freitag ist meist Abstinenztag, weil er an den Karfreitag, den Todestag Jesu, erinnert. Der Tag, an dem Jesus die Menschen nach christlicher Überzeugung erlöst hat, ist besonders geeignet, darüber nachzudenken, wo die Mitte des eigenen Lebens ist.
Fast- und Abstinenztage sind kein Selbstzweck. Sie haben seit jeher eine stark soziale Komponente: Das im Verzicht Gewonnene soll anderen Menschen zugute kommen. Fastenopfer sind daher nicht so sehr materiell oder finanziell zu sehen. Zeit zu "opfern" für andere ist oft angemessener (Alleinstehende besuchen, mit seinen Kindern spielen). |
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