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Apokalypse |
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Wörtich übersetzt heißt Apokalypse lediglich Enthüllung, Offenbarung. Diese Enthüllungen betreffen die sogenannten "letzten Dinge", das Ende der Welt. Diese Literaturgattung entstand im Judentum des 1. und 2. Jahrhunderts vor Christus. Um ihnen eine größere Autorität zu verleihen, schrieb man die Autorschaft bekannten Figuren des Alten Testamentes zu. Diese Zukunftsvisionen arbeiten mit zahlreichen Bildern, Anspielungen und Symbolen (vgl. Zahlenmystik), die selbst oft dunkel und geheimnisvoll bleiben. Sie machen Deutungen notwendig und lassen somit für Spekulationen einen breiten Raum. In unserem Kulturkreis bekannter als solche in den vorchristlichen Jahrhunderten entstandenen Apokalypsen (wie etwa die des Abraham, des Adam und der Eva, des Moses oder des Elias) ist die "Geheime Offenbarung des Johannes".
Sie fand als einzige Eingang in den Kanon (vgl. Kanon) des Neuen Testamentes. Gleichwohl blühte ähnlich der vorchristlich-jüdischen Apokalyptik auch in den beiden ersten christlichen Jahrhunderten eine reiche - nun christlich gefärbte - apokalyptische Literatur. Als Autoren werden in den Quellen u.a. die Apostel Petrus, Paulus und Thomas erwähnt oder auch der erste Märtyrer, der heilige Stephanus. In keiner dieser Schriften erkannte allerdings die junge Kirche ihren eigenen Glauben authentisch wieder. Sie wurden nicht anerkannt, wurden mit der Zeit vergessen und/oder gingen vollständig verloren.
Die Geheime Offenbarung des Johannes entstand vermutlich zwischen 70 und 95 nach Christus. Als Autor gilt traditionell der Evangelist Johannes, der vom römischen Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt worden sein soll (ohne daß diese Verfasserschaft aber eindeutig oder für die theologische Bedeutung der Texte ausschlaggebend wäre). Die in mehreren Visionen geschauten Bilder faßt der Autor in die Form eines Briefes von "Johannes an die sieben Kirchen in der Provinz Asien" (Apg 1,4). In Ihnen schildert er in dramatischen Bildern die Drangsale und Katastrophen, die das Ende der Welt begleiten. Es kommt zu einem furchtbaren Endkampf zwischen Gut und Böse, zwischen dem Teufel und Gott. Der Teufel, der Satan, der Drache, der Verführer, der Fürst dieser Welt oder wie auch immer er genannt wird, wird schließlich in einen See von Feuer und Schwefel geworfen, wo er in alle Ewigkeit qualvoll leiden wird. Mit ihm endet dort auch der Tod und alles was zu ihm gehört. Die Welt aber wird gleichsam neu geboren: Vom Himmel herab kommt eine neue Erde und eine neue, heilige Stadt "wie eine Braut, geschmückt für ihren Bräutigam. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein. Er wird jede Träne aus ihren Augen wischen; der Tod wird nicht mehr sein, nicht Trauer, nicht Klage noch Mühsal. Denn die alte Welt ist vergangen." (Apokalypse 21,2ff)
Man würde solchen apokalyptischen Texten Gewalt antun, wenn man in Ihnen die Voraussage konkreter geschichtlicher Ereignisse sähe oder gar mit ihrer Hilfe das Datum des Endes der Welt errechnen wollte. Wohl hat die Apokalypse einen konkreten historischen Hintergrund: Die Erfahrungen der ersten blutigen Christenverfolgungen. Der Autor versucht aus der Sicht des Glaubens eine trostvolle Antwort zu finden auf die Zweifel und Ängste der jungen Gemeinde: Wie kann Gott das zulassen? Haben wir eine Chance? Wie wird das alles enden? Darin liegt aber auch die theologische Bedeutung dieses Buches für Gläubige aller Zeiten: Was gibt Hoffnung, Kraft und Zuversicht, wenn "alles zusammenbricht", wenn ich den Boden unter den Füßen verliere, wenn die ganze Welt verrückt spielt, wenn Bosheit und Sinnlosigkeit triumphieren.
Diese Fragen sind typisch für den einzelnen Menschen und übertragbar auf die ganze Menschheitsgeschichte. Es sind die Fragen der Apokalypse. |
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