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Auferstehung |
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Auferstehung, richtiger Auferweckung (durch Gott), meint die christliche Lehre, nach der alle Menschen von Gott zu einem ewigen Leben geschaffen und berufen sind. Diese "neue Geburt" in ein endgültiges Leben verdankt der Mensch einem neuerlichen, Leben schaffenden, Eingreifen Gottes; der Mensch hat das "ewige Leben" also nicht aus sich selbst, es ergibt sich nicht automatisch. Es gehört nicht zur "Natur" des Menschen dazu. Der Mensch hat darauf auch keinen "einklagbaren Anspruch". Diese Auferweckung ist nach biblischen Zeugnissen allen Menschen zugesagt. Bei Auferstehung denkt man gewöhnlich zuerst an Jesu Auferweckung und an Ostern. Das, was Jesus widerfahren ist, erwarten die Christen in gleicher Weise auch für alle anderen Menschen. Weder die biblischen Texte noch die katholische Lehre verlangen indes, sich diese Auferstehung so vorzustellen, als ob anschließend ein leeres Grab zurückbliebe. Das ist offensichtlich nicht so, wenn heute einer stirbt. Dem Auferweckungsglaube täte es jedenfalls keinen Abbruch.
Kirchliches Dogma (vgl. Dogma) dagegen ist die Lehre von der "leiblichen" Auferweckung.
Diese Vorstellung wiederum ist nicht gleichbedeutend mit "körperliche" oder "leibhaftige" oder "biologisch-materielle" Auferstehung. Leiblich ist ein philosophischer und kein naturwissenschaftlicher Begriff. Er will deutlich machen, daß Menschen nicht von Anfang an fix und fertig sind, unveränderlich, vollkommen, sondern daß sie "werden", wachsen, reifen in der Auseinandersetzung mit der Welt um sie herum, vor allem auch mit andern Menschen: Alles das nehmen sie in sich auf. Anregungen, Eindrücke, Augenblicke, Laute, Begegnungen, Gefühle, Liebe: Alles das formt den Menschen, macht ihn unverwechselbar zu dem, was er ist. Umgekehrt gibt ein Mensch sich anderen: Er drückt sich aus, er teilt sich mit, er verwirklicht sich in seinem Tun, hinterläßt Spuren, macht Eindruck, bildet und formt so wiederum andere Menschen. Der Mensch lebt also im Austausch von Innenwelt (Seele, "ich") und Außenwelt (Realitäten, "Du"). Auferstehung des Leibes sagt: Das bleibt so. Gott macht keinen "anderen" Menschen, der auf einmal "ganz anders gestrickt" wäre. Bis in alle Ewigkeit wird und wächst und reift und ändert sich der Mensch in Auseinandersetzung und im Austausch mit dem "Um-Ihn-Herum". Im Himmel ist das Gott selbst. Aber auch im Wortsinn macht Gott keinen anderen Menschen im Tod aus uns. Menschen nehmen ihre Geschichte, ihre Person und Identität mit in die Ewigkeit. Jeder wird in Ewigkeit der sein, als der er geboren wurde, lebte, durch sein individuelles Leben geformt wurde und schließlich starb. Genau das meint die Lehre von der Auferstehung "des Fleisches". |
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