Auschwitz

Auschwitz, der polnische Ort der Massenvernichtung der Nazis in der Zeit des Dritten Reiches, wurde zum Synonym für das Schlimmste, was je durch Mörderhand an Menschen begangen wurde.

 

Hunderttausendfach wurden unschuldige Menschen gefoltert und getötet, auf wahnsinnige "Rassegesetze" beriefen sich zu Bestien gewordene Henker und ihre Helfer, getaufte Christen mordeten Juden.

 

Auschwitz wurde so auch zur grundsätzlichen Anfrage an den Glauben an einen guten Gott: Wie ist es möglich, noch von Erlösung zu sprechen angesichts solch bisher ungeahnter menschlicher Grausamkeiten? Wie könnte jemals Aussöhnung zwischen Juden und Christen geschehen? Diese und schmerzhafte weitere Anfragen beschäftigen nicht bloß Zweifler und Kritiker des Christentums. Glauben angesichts solcher Leid-Dimensionen ist unzweifelhaft insgesamt schwieriger geworden. Auschwitz verlangte eine Integration von Leid in die ethischen Entwürfe einer Religion wie sie bis dato als unvorstellbar gegolten haben. Viele konkrete Einzelfragen schließen diese Integration ein: Wie läßt sich angesichts der geschehenen Verbrechen noch von der Idee Jesu von der Feindesliebe sprechen? Kann Todesstrafe auf solche Verbrechen gerechtfertigt werden? Alle Päpste der Kirche haben diese Verbrechen scharf verurteilt und eindeutige Worte gefunden für die, die solchen Ideologien frönen. Stellvertretend für alle Stellungnahmen sei an dieser Stelle nur an die Enzyklika "Mit brennender Sorge" von Papst Pius XI. erinnert, in der er auf die Folgen einer solchen Geisteshaltung hinweist: "Wer immer die Rasse oder das Volk, den Staat oder eine seiner bestimmenden Formen, die Machthaber oder andere grundlegende Elemente der menschlichen Gesellschaft zum höchsten Maßstab von allem macht, auch der religiösen Werte, und sie durch einen Götzenkult vergöttlicht, der pervertiert und verfälscht die Ordnung der Dinge, die von Gott geschaffen und gewollt sind."

 
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Kath. Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius Hohnhorst/Bokeloh

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Stand: 25. Oktober 2001