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Beten / Gebet |
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Im Allgemeinen versteht man unter "Beten" oder "Gebet" ein "Sprechen mit Gott". Doch ist Beten mehr als nur ein Kommunikationsvorgang, es gehört wesentlich zum Lebensstil der an Gott Glaubenden. Bildlich könnte man daher das Beten als "Atmen der Seele" beschreiben. Ein Atmen, das still und leise vor sich geht, das auch seinen Ausdruck findet in Gesten und Haltungen, das sich ausspricht in Worten und Zeichen. Beten ist eine Grundhaltung, so wie in einer guten Partnerschaft das Entscheidende das einfühlsame Interesse für den anderen ist, die wohlwollende Wachheit, mit der man den anderen in sich aufnimmt, die gegenseitige Sympathie, die man spürt und selbst als Außenstehender wahrnimmt. Es ist die liebevolle Hinwendung zu einem Menschen, die es erlaubt, einen Wunsch von den Augen abzulesen; die dazu führt, daß Menschen gleichzeitig anfangen, sich etwas mitzuteilen und lachend feststellen, daß sie gerade dasselbe gedacht und gewollt haben. So ist auch das Gebet Ausdruck der persönlichen, vertrauenden, ja liebevollen Beziehung zu Gott.
Auf der Basis dieser Beziehung können dann auch alle Lebens- und Gefühlsäußerungen Gott gegenüber als Gebet bezeichnet werden: Dank, Lobpreis, Bitte, Klage. Dies kann sich in verschiedenen Formen kleiden: im gemeinsamen Gebet mit anderen, im persönlichen Beten oder im meditativen Schweigen vor Gott. Im Gottesdienst der Kirche ist für alle Arten und Formen des Gebetes Raum gegeben: im stillen Einzelgebet oder im gemeinsamen Beten - zusammen (z. B. Vaterunser, Ave Maria) und in verschiedenen Rollen (z. B. Fürbitten, Hochgebete der Sakramentenfeiern). In der Regel folgt dabei das Gebet als Reaktion auf die im Gottesdienst gefeierte Zuwendung Gottes zu den Menschen; auf den Vortrag biblischer Lesungen (als Wort Gottes) folgen feste oder freie Formen des gemeinsamen Gebets (als Antwort der Menschen). In dieser Reihenfolge zeigt sich die Überzeugung, dass Gott es ist, der in der Erschaffung der Welt und seiner Liebe den ersten Schritt zu den Menschen macht, und die Menschen es sind, die dieses Geschenk dankbar und Gott preisend annehmen können. Das schließt aber auch ein, dass der Mensch seine Klage über die Missstände seines Lebens und seiner Umwelt vor Gott bringen kann. So findet auch in der Liturgie der Dialog Gottes mit den Menschen seinen gemeinschaftlichen Ausdruck.
Das alttestamentliche Buch der Psalmen enthält 150 Gebetstexte, die die ganze Bandbreite jüdisch-christlichen Betens wiederspiegeln. Ein typisches Lob- und Preisgebet ist der Psalm 33:
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