Drei Könige

Weil das Dreikönigsfest und das damit verbundene Brauchtum im öffentlichen Bewusstsein nach wie vor präsent ist - (der Bundeskanzler empfängt die Sternsinger, Sternsinger gehen durch die Straßen, in einigen Ländern ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag, die publikumswirksamen Dreikönigstreffen der Parteien), dominieren auch Fragen zu den "drei Königen" das öffentliche Interesse an diesem Tag. Waren es Könige? Wie sind ihre Namen? Wer hat welche Gaben gebracht? Wer war der Mohr?

Innerkirchlich und theologisch haben diese Fragen allerdings keine Bedeutung. Der kirchliche Feiertag heißt "Erscheinung des Herrn" (griech.=Epiphanie); die Bibel berichtet lediglich von Weisen (Magiern?, Sterndeutern?, jedenfalls Männer überdurchschnittlichen Wissens) und von den Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe: In der Bibel keine Könige, keine Namen, keine spezielle Zuordnung der Gaben, kein Mohr.

Die biblische Erzählung orientiert sich an alttestamentlichen Motiven und jüdischer Erzähltradition. Versuche, diese Erzählung zu "historisieren" (Erklärung des Sterns, Festlegung des Datum) laufen an der Intension des Textes vorbei.

Zu "Königen" wurden Sie im 5. Und 6. Jahrhundert (Isidor von Sevilla, Caesarius von Arles). Zu den benamten Kaspar, Melchior und Balthasar wurden sie im 9. Jahrhundert, und dass einer von Ihnen (offen bleibt, wer) ein Mohr gewesen sein soll, wird seit dem 12. Jahrhundert tradiert. Die (angeblichen) Reliquien wurden in Mailand gefunden; 1162 annektierte Friedrich Barbarossa nach der Zerstörung des aufsässigen Mailand alle deren Reliquien; die der "drei Könige" überlies er seinem Reichskanzler, dem Kölner Reinald von Dassel. 1164 wurden sie nach Köln übertragen und liegen seitdem dort in einem der schönsten mittelalterlichen Reliquienschreine. Der von den Sternsingern mit dem Kürzel "K+M+B" auf die Türen aufgemalte Segenspruch assoziiert zwar die drei Königsnamen, ist aber das Kürzel für "Christus mansionem (Unterkunft, Bleibe, Haus) benedicat (möge segnen)".

Weihnachten
Reliquie
Zurück
Kath. Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius Hohnhorst/Bokeloh

Startseite

Stand: 25. Oktober 2001