Erbsünde

Der Begriff der Erbsünde ist missverständlich. Denn: Denn: Wie kann Sünde vererbt werden? Sünde gründet immer in der persönlichen Entscheidung eines einzelnen Menschen. . Der Grundgedanke ist: Menschen werden bereits vor ihrer eigenen Willensentscheidung in eine umfassende Unheilssituation hineingeboren. Sie ist das Resultat menschlicher Geschichte und entspricht so nicht dem Willen Gottes. Sie ist eine Folge menschlicher Sünden, durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch und vom Anfang der Menschheitsgeschichte an. So wurde der ganzen weiteren Geschichte in negatives Vorzeichen mitgegeben. "Vererbt" wurde eine durch die Sünde negativ geprägte Situation der Menschen. Für den Apostel Paulus kommt der ganze Abgrund menschlicher Sündengeschichte im Kreuz Jesu Christi zum Ausdruck. Dabei verbindet er die durch die ersten Menschen "ererbte" Sündengeschichte und die Sünden aller Menschen.

Einen Zugang kann uns heute diese Überlegung vermitteln: Jeder Mensch hat vom ersten Augenblick seiner Existenz her schwerwiegende Vorentscheidungen zu seinen Ungunsten zu "erleben". Seien es "unselige Zustände" in seinem Elternhaus, mangelnde Ausstattung in sozialer, intellektueller oder emotionaler Hinsicht - salopp gesagt: Es ist nicht vorstellbar, dass jemand keine Macken mitbekommen haben könnte. Ein wirklich befreites Leben kann sich kein Mensch selbst schenken. Er kann nur versuchen, sich nach besten Kräften "das Beste" zu erkämpfen. Erlösungsbedürftig bleibt er dennoch.

Und hier hilft die christliche Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus: Er und nur er allein ist imstande, eine wirkliche Erneuerung des Menschen zu bewirken und hat dies - dies ist die glaubende Gewißheit jedes Christen - bereits in seinem Kreuzestod bewirkt. Ohne ihn und seine Erlösungstat bleibt der Mensch letztlich - durch diese von Beginn an bestehende Unheilssituation (also durch die Erbsünde) dauerhaft von Gott getrennt.

In der Taufe, als dem Sakrament der Eingliederung in die kirchliche Gemeinschaft, erhalten die Getauften Anteil an diesem Heil. Sie werden reingewaschen von der Erbsünde und sind zur Freiheit der Kinder Gottes berufen.

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Kath. Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius Hohnhorst/Bokeloh

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Stand: 25. Oktober 2001