Gott

Von Gott ist es fast leichter zu sagen, was er nicht ist, als was er ist. Nikolaus von Kues, einer der großen Theologen des Mittelalters, bekannte sich zu einer "negativen Theologie": Wenn man denn schon etwas von Gott zu sagen müssen meint, dann müsse man jede Aussage zugleich auch durch ihren Widerruf oder ihr Gegenteil korrigieren. Denn alles, was man von Gott positiv aussagen könne, sei - wenn man es nicht zugleich negierend einschränkt und deutet- immer auch falsch.

Auf der anderen Seite können Menschen nicht von dem schweigen, wofür Gott steht: Denn es geht um das Woher und Wohin des Lebens und der ganzen Welt. Einige Grundaussagen des christlichen Glaubens sind:

Gott ist einer (Monotheismus). Dieses Bekenntnis teilen die Christen mit Juden und Muslimen.

Gott ist Geist. Er ist immateriell. Er ist nicht Teil der Welt. Er ist "transzendent", jenseitig, einer anderen Dimension angehörend.

Gott hat diese Welt geschaffen . Er ist der Welt und allem in ihr bleibend verbunden. So "ganz anders" und "jenseitig" er ist, so sehr ist er auch in allem.

Gott ist Person. Er hat Wille, Wissen, Vernunft.

Gott liebt. Er tritt mit Menschen in Beziehung. Er spricht zu den Menschen (vgl. Offenbarung) und er läßt sich ansprechen (vgl. Gebet). Er kennt jeden Menschen (siehe Psalm 138)

Gott ist Liebe. Er ist gut.

Gott ist ewig. Gott ist gerecht. Menschen sind ihm für ihr Tun verantwortlich. Er ist auch barmherzig (vgl. das Gleichnis vom barmherzigen Vater)

Gott-Ebenbildlichkeit

Die Schöpfungsaussagen der Bibel sind aus der Geschichtsdeutung Israels abgeleitet. Herkunft, Geschichte und Zukunft des Menschen werden theologisch zusammengeführt. Wenn Gott den Menschen in Freiheit setzt und zum Bundespartner beruft, dann ist dieser auch von allem Anfang an sein Ansprechpartner, dazu berufen, Antwort zu geben, indem er mit seiner Freiheit schöpferisch und verantwortlich umgeht.

Nach Paulus ist einzig und allein Christus der Gott entsprechende Mensch, Gottes Ebenbild.
Dieser offenbart in seinem Leben, seinem Sterben und in seiner Auferstehung die letzte Menschenmöglichkeit. Und nur insofern "jemand in Christus ist",... ist er eine neue Schöpfung, ein neuer Adam (2 Korinther 5, 17).

Der Mensch wird also erst lebensgeschichtlich das, was er von Geburt an ist: Ebenbild Gottes. Paulus selbst weiß um die Bestimmung des Menschen, aber auch um seine Abgründe, um Irrtum, Hass und Lüge. So sieht es die ganze jüdisch-christliche Tradition. Auch das Zweite Vatikanische Konzil bestätigt, dass der Mensch in sich zwiespältig ist. Das ganze menschliche Leben, das einzelne wie das kollektive, gleiche einem dramatischen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis (Gaudium et spes). Dennoch halten wir daran fest, dass Gott den Menschen als sein Abbild geschaffen hat (Genesis 1,27), und dass er ihn nur wenig geringer gemacht hat als Gott, ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt hat (Psalm 8, 6).

Die in dieser Gott-Ebenbildlichkeit gründende Würde des Menschen ist maßgebend für unser ganzes Wertesystem, für die absolute Schutzwürdigkeit menschlichen Lebens wie für die Forderung nach einer globalen Solidarität unter den Menschen, unabhängig von Rasse, Sprache, Kultur und Religion. Der Mensch ist zur Freiheit berufen ist.

Ohne Freiheit gibt es keine Verantwortung. Als Gottes Ebenbild erweist er sich aber besonders dann, wenn er, wie Gott selbst, gnädig und barmherzig ist, "langmütig, reich an Huld und Treue" (Exodus 34, 6). Wer es genauer wissen will, wo göttliche Züge im Menschen zu erkennen sind, den verweist die Bibel an Jesus: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen." (Johannes 14, 9) Am Leben Jesu also ist abzulesen, was Göttliches im Menschen drinsteckt und was in seiner Nachfolge offenbar werden kann. Noch ist der Mensch "das uneingelöste Versprechen" (Eugen Biser).

Ob er erst im Tod Gottes Ebenbild wird, hängt davon ab, wie er seine Berufung annimmt, ein Mensch zu werden, der Gott entspricht.

Jesus

Credo

Schöpfung

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Kath. Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius Hohnhorst/Bokeloh

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Stand: 25. Oktober 2001